Doch dazu sollte man zunächst einmal wissen, um was es sich bei Value Bets überhaupt handelt. Value Bets sind Wetten, bei denen die für ein Ereignis vom Buchmacher oder von einer Wettbörse objektiv angebotene Quote besser ist, als die auf der eigenen subjektiven Entschätzung basierende Quote für das entsprechende Ereignis.

Was sich theoretisch etwas hölzern anhört, wird anhand eines praktischen Beispiels schnell deutlich.

Stellen Sie sich einmal vor, dass Sie auf den Seiten einer Wettbörse für den Heimsieg einer Fußballmannschaft eine Quote von 2,0 finden. Diese Quote errechnet sich aus der Einschätzung des Wettanbieters, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Heimsieg 50% beträgt. Wenn Sie nun also glauben, dass die Wahrscheinlichkeit für den Heimsieg deutlich höher, nämlich bei 70% liegt, dann beträgt die darauf basierende Quote bei 1,43. Somit ergibt sich hier in unserem Beispiel ein „Value“, also ein „Mehrwert“ von 0,57 Quotenpunkten. Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass Sie im Erfolgsfall pro eingesetzten Euro 57 Cent mehr gewinnen als Sie nach ihrer eigenen Einschätzung gewinnen dürften.

Einmal abgesehen von der Tatsache, dass Value Bets schwer zu finden sind, stellt sich hier jedoch auch immer die Frage nach der Ermittlung von Value Bets. Die Ermittlung ist immer abhängig von zwei subjektiven Entscheidungen. Einerseits die subjektive Einschätzung des Wettanbieters und andererseits die subjektive Einschätzung des möglichen Wettannehmers. Somit ergibt sich, dass es nicht die einzig richtige und festgelegte Kenngröße für Value Bets gibt, sondern aufgrund der unterschiedlichen subjektiven Einschätzung gibt es immer eine Vielzahl von individuellen Möglichkeiten für eine Value Bet. Der einzig „objektive Umstand“ in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass es einen Wettanbieter gibt, der eine Wette mit einer ganz bestimmten Quote zum Kauf anbietet.

Diese Frage sollte man sich immer stellen und sie stellt sich auch immer und zwar ganz unabhängig von der Frage, wer denn nun die besten Quoten bietet. Denn die Qualität der angebotenen Quoten ist erst die zweite Frage; die erste Frage ist ein Check des Anbieters hinsichtlich der Seriosität.

Schliesslich wollen Sie auch, dass das von ihnen via Internet überwiesene Geld zum Wetten verwendet wird und nicht an einem kurz vor der Insolvenz stehendem Anbieter transferiert wird oder in dunklen Kanälen verschwindet. Wohlgemerkt – hier soll keine Panik verbreitet werden, aber es soll schon vorgekommen sein, dass sich auch durchaus seriöse Unternehmen aus dem aktiven Wirtschaftsleben verabschiedet haben und das unabhängig von der jeweiligen Branche. Also – ein Stück Vorsicht und gesunder Menschenverstand ist auch hier durchaus angebracht. Aber nicht nur im Hinblick auf eine möglicherweise schiefe wirtschaftliche Situation eines Anbieters, sondern auch bei ganz normaler Geschäftsabwicklung kann es zu Fragen ihrerseits kommen, die Sie dann als Kunde geklärt haben wollen.

Zur Beurteilung eines Anbieters bzw. zur Beantwortung der Ausgangsfrage gibt es einen Kriterienkatalog mit Hilfe dessen Sie ihren bevorzugten Anbieter mit Plus und Minus für sich selbst bewerten können. Auszugsweise hier einige Fragen aus diesem Katalog:

Gibt es eine deutschsprachige Seite?

Wie lange gibt es den Anbieter schon?

Wie ist der Support strukturiert; per FAQ, per Fax, als E-Mail oder sogar per erreichbarer und bezahlbarer Telefonnummer?

Welche Überweisungswege werden mir für Einzahlungen und Auszahlungen angeboten?

Gibt es Auszahlungsbeschränkungen, der Anzahl nach oder betragsmässige Limitierungen?

Wie hoch sind die Gebühren für Einzahlungen/Auszahlungen?

Welche Aussagen/Meinungen finde ich im Internet zu dem Anbieter?

Je mehr belastbare Antworten Sie auf diese Fragen finden, um so eher formt sich bei ihnen selbst ein Bild zur Entscheidungsfindung, wo Sie denn nun letztendlich ihr Geld platzieren. Zwar gibt auch diese Vorgehensweise keine absolute Sicherheit, sollte aber das latente Risiko deutlich verringern.